Woche 1 – Aquarium einrichten: Bodengrund, Deko & Technik

Aquarium Guide Woche 1

Nachdem du dich für einen passenden Standort für dein Aquarium-Becken entschieden hast und über alle für den Betrieb benötigten Komponenten verfügst, kannst du dich an den Aufbau des neuen Beckens machen. Um beim Aquarium Einrichten bestens vorbereitet zu sein, solltest du dir einiges an Werkzeug und Zubehör in greifbare Nähe legen.

Diese 10 Dinge brauchst du beim Aquarium Einrichten

  1. Zeitschaltuhr für die Beleuchtung deines Aquariums
  2. Ein paar alte Handtücher um Tropfen auf dem Boden beseitigen zu können
  3. Eine lange Wasserwaage für die waagerechte Ausrichtung deines Beckens
  4. Einen Schraubenzieher für die Montage der Unterschrank-Komponenten
  5. Verlängerungskabel mit Vierfachstecker für genügend freie Steckplätze
  6. Aquariumsand oder Kies als Füllmaterial für den Bodengrund
  7. Einen Wasseraufbereiter (ich verwende hierbei Tetra AquaSafe)
  8. Starterbakterien für deinen Innen- oder Außenfilter
  9. Einen neuen 10 Liter Plastikeimer den du ab jetzt auch nur ausschließlich für dein Aquarium-Wasser verwendest. Auf keinen Fall solltest du einen bereits in gebrauchten Putzeimer verwenden, da schon kleinste Restmengen von Putzmittel für ein biologisches Gleichgewicht und für die Fische selbst tödlich sein können!
  10. Ausreichend Zeit und Geduld 😉

Die richtig Aufstellung

Beim Aufstellen deines Beckens solltest du daran denken, dass dein Aquarium immer frei zugänglich ist. Dies vereinfacht das Aquarium Einrichten sowie später nötige Reinigungen und Wartungen. Achte auch mit Hilfe der Wasserwaage darauf, dass dein Becken waagerecht ausgerichtet ist bevor du weitere Schritte vornimmst.

In meinem Aquarium habe ich als Rückwand noch eine Juwel Aquarium Stone Granite Rückwand eingebaut, die mit Aquarium Silikon befestigt eine natürliche Atmosphäre schafft. Bei einem Aquarium, das als Raumteiler dienen soll kommt eine Rückwand natürlich nicht in Frage. Dem Thema der perfekten Standort-Auswahl für dein Aquarium habe ich auch einen eigenen Artikel gewidmet.

Der Bodengrund

Als Bodengrund kannst du neben verschiedenen Sandsorten auch diverse Sorten von Kies im Fachhandel oder bequem im Internet bestellen. Besorge dir deinen Bodengrund auf jeden Fall nicht im örtlichen Baumarkt, denn dieser kann Verunreinigungen und auch verschiedene nicht für einen Einsatz im Aquarium geeignete Steinarten enthalten, die dein Aquariumwasser negativ beeinflussen können.

Vorher Reinigen

Als nächsten Schritt beim Aquarium Einrichten kannst du dich jetzt an die Reinigung deines Bodengrundes machen. Den Kies oder Sand wäschst du hierbei am besten portionsweise in einem Eimer. So kannst du den Bodengrund am besten von Staub und Dreck befreien, welcher dein Filtersystem nicht schon im Voraus unnötig mit belastet. Die aufgetragene Bodengrundschicht in deinem Aquarium sollte Minimum 7-9 cm betragen, um den Wurzeln deiner Pflanzen ausreichend Halt zu bieten.

Ich selbst nutze eine Schicht aus kalkfreiem Quarzkies in meinem Aquarium, der nicht all zu fein ist. Dies hat den Vorteil, dass es nicht zu großen Verwirbelungen durch die Fische oder Wasserbewegung kommen kann.

Dünger für den Bodengrund

Bei meinem 260 Liter Juwel Becken habe ich zudem als ersten Bodengrund eine Schicht aus TetraPlant CompleteSubstrate Planzendünger verwendet, um einen dauerhaft guten Nährstoffboden für meine Aquariumplanzen zu erreichen und für einige Jahre ein Langzeit-Nährstoffdepot für die Aquariumpflanzen zu schaffen. Leider beinhalten die meisten Bodengrundarten keine natürlichen Nährstoffe, so dass du dich um eine ausreichende Zugabe von Planzendünger kümmern solltest. Neben dem eben beschriebenen Complete Substrat kannst du alternativ auch bei der Bepflanzung des Beckens auf im Handel erhältliche Düngertabletten zurückgreifen. Die Tabletten kannst du mit dem Finger in die Nähe der Wurzeln deiner Pflanzen schieben.

Wurzeln, Steine und andere Dekoration

Nun würde ich an deiner Stelle unterschiedliche Dekorationsartikel, wie z.B. Steine oder eine Wurzel nach deinem Geschmack im Aquarium verteilen. Dieser Schritt bereitet mir am meisten Spass beim Aquarium einrichten, da hier das grundlegende „Design“ des Beckens bestimmt wird. Beim Kauf einer Wurzel (z.B. aus Moorkienholz) solltest du dich vorab darüber informieren, ob das Holz schon gewässert wurde. Meistens ist dies nicht der Fall und du musst das Holz selber für den Einsatz in deinem Aquarium vorbereiten.

Vorbereitung von hölzerner Aquarium Dekoration

Da alle für den Aquariumeinsatz geeigneten Holzarten größere Mengen an natürlichen Tanninen und Huminsäuren enthalten, musst du dafür sorgen, dass diese vor dem Einsatz im Aquarium entfernt sind. Werden die Stoffe erst an dein Wasser abgegeben, so färbt sich dieses Teebraun und auch die Wurzel selbst muss sich erst einige Tage mit Wasser füllen, damit sie nicht wieder an die Wasseroberfläche schwimmt.

Am Besten legst du deine Wurzel hierzu nach dem Kauf mit einem Stein beschwert in einen mit Wasser gefüllten Eimer, den du regelmäßig neu befüllst. Die Wurzel kann so die färbenden Stoffe an das Wasser abgeben und nach einigen Tagen dürfte keine größere Trübung im Wassereimer mehr zu sehen sein. Für die im späteren Schritt hinzukommenden Pflanzen solltest du bei dem Kauf einer Wurzel zudem ausreichend Platz einplanen.

Der Filter

Als nächsten Schritt kannst du jetzt deinen Filter installieren, bevor du beginnst Wasser in dein Aquarium zu füllen. Die unterschiedlichen Filtermedien deines Innen- oder Außenfilters müssen zunächst auch gereinigt werden, bevor du sie im Filter unterbringen kannst. Bei einem Außenfilter solltest du zudem die vom Hersteller für den Filter empfohlene Reihenfolge bei der Unterbringung der Filtermedien im Gehäuse beachten, um eine perfekte Funktionsweise deines Filters gewährleisten zu können. Fülle deinen Außenfilter nach dem Zusammenbau auch mit Wasser bevor du ihn später in Betrieb nimmst, da ein Aktivieren des Filters bei zu viel Luft im Gehäuse äußerst schwierig sein kann. Auch die in vielen Außenfiltermodellen verbaute Ansaughilfe kann erst bei ausreichend Wasser im Filter und im An- und Absaugschlauch zufriedenstellend funktionieren.

So richtest du deinen Filter perfekt ein

Um eine gleichmäßige Strömung und somit ein optimales Filterergebnis zu erzielen, solltest du beim Aquarium einrichten mit einem Innenfilter darauf achten, dass genügend Platz an der Unterseite des Filtergehäuses zum Bodengrund besteht, da hier bei einem Innenfilter das schmutzige Wasser eingesaugt wird. In der oberen Hälfte des Filtergehäuses wird das gereinigte Wasser wieder in das Aquarium gepumpt und man erreicht mit diesem Prinzip eine benötigte umwälzende Wasserbewegung.

Bei einem Außenfilter solltest du daher die Auslass- und Ansaugseite ebenfalls nach dem gleichen Prinzip in deinem Aquariumbecken anbringen. Du kannst aber auch wie in meinem Fall die Ansaugseite des Außenfilters in der gegenüberliegenden Ecke des Aquariums anbringen. Übrigens: Ich habe auch einen Artikel geschrieben in dem ich dir wertvolle Tipps zum Aquarium-Filter Reinigen gebe.

Das erste mal Wasser im Becken

Als nächstes kannst du jetzt damit beginnen, Wasser in dein Auquarium zu füllen. Bei größeren Aquariumbecken bietet es sich an, hierfür einen Gartenschlauch zu verwenden, da du sonst bei mehreren hundert Litern mehrere Stunden mit deinem Eimer beschäftigt bist. Da wird das Aquarium einrichten zum Hochleistungssport! 🙂

Filter einschalten

Befindet sich ausreichend Wasser im Aquarium, kannst du jetzt als nächstes deinen Filter einschalten. Bei einem Außenfilter treten bei Neuinstallation oder nach einem Öffnen des Gehäuses zu Reinigungszwecken, häufig störende Betriebsgeräusche in Erscheinung, deren Ursache aber schlicht und einfach noch im Filter befindliche Luft ist. Am Besten drückst du in den nächsten zwei Tagen ein paar mal auf den Knopf der Ansaughilfe. So erreichst du, dass auch die letzte Luft aus deinem Filter entweicht und du nur ein leises Betriebsgeräusch des Außenfilters zurückbleibt.

Wasseraufbereiter

Als nächstes kannst du jetzt einen Wasseraufbereiter verwenden, den du je nach Dosierungsangabe des Herstellers deinem Aquarium-Wasser hinzufügen kannst. Im Handel erhältliche Starterbakterien für den Innen- oder Außenfilter sind meiner Erfahrung nach sehr hilfreich, denn sie unterstützen eine schnelle Ansiedlung von nützlichen Bakterien im Filtermedium. Um gute und stabile Wasserwerte zu erhalten, sind neben der rein mechanischen Filterung des Aquarium-Wassers durch das Filtermedium auch die Bakterien sehr wichtig. Erst mit Hilfe dieser Bakterien werden die Schadstoffe in ihre Einzelteile zerlegt und dauerhaft aus dem Wasser entfernt.

Installation der Heizung

Wenn das Wasser eingefüllt und der Filter an seinem Platz ist, kannst du damit beginnen deine Heizung, den so genannten Regelheizer einzubauen. Die Temperatur kannst du bei Aquarium Einrichten zunächst auf ungefähr 25 Grad Celsius mit dem Drehknopf am oberen Ende des Gerätes einstellen und den Heizstab jetzt mit Hilfe der Saugnäpfe im Aquarium anbringen.

Am besten bringst du die Heizung an einer Stelle an, an der eine große Wasserzirkulation besteht oder du bringst den Heizstab in einem 45 Grad Winkel an, um die Wärme über eine große Wasserfläche verteilen zu können. Sehr wichtig ist, dass du den Regelheizer niemals (auch nicht beim Aquarium Einrichten) außerhalb des Aquariumwassers in Betrieb nimmst, da dies ein schnelles Zerspringen des Gasgehäuses aufgrund zu hoher Wärmeentwicklung zur Folge haben kann.

CO2 Düngung?

Das meiste Aquariumwasser enthält fast immer einen viel zu niedrigen Wert an CO2. Besonders für einen prächtigen Pflanzenwuchs mit satten Farben, ist eine Düngung mit CO2 sehr hilfreich. Bei einem schnellen Pflanzenwuchs haben zudem lästige Algen meist keine Chance, denn deine Aquariumpflanzen entziehen bei einem kräftigen Wuchs den Algen ihre benötigten Nährstoffe. CO2 löst sich im Wasser zum Teil als Kohlensäure und hilft, den pH-Wert (Säuregehalt) des Aquarienwassers so einzustellen, dass für deine Fische und Pflanzen optimale, der Natur nahen Werte herrschen.

Mein Aquariumwasser ist sehr hart und ich benötige eine größere Menge an CO2 Gas um einen optimalen pH- Wert zu erreichen. Die meisten Fische in einem Gesellschaftsbecken bevorzugen einen pH-Wert von 6,5 bis 8. Du solltest dich bei deinem Fischbesatz vor allem bei einem Gesellschaftsbecken mit mehreren Fischarten immer im Voraus über den optimalen pH Wert deiner Fische informieren.

Meine CO2 Anlage

Ich selber nutze in meinem Aquarium das Mehrweg 300 SPACE System der Firma Dennerle. Neben der praktischen wiederbefüllbaren Druckflasche ist bei diesem Set bereits eine Nachtabschaltung integriert. Diese ist sehr wichtig, denn nach einem Abschalten der Aquariumbeleuchtung können die Pflanzen durch die fehlende Synthese kein CO2 mehr verarbeiten und ein gefährlich für die Fische werdender Anstieg des CO2 Gehaltes kann die Folge sein. Am Besten schließt du die Stromversorgung der Nachtabschaltung an die selbe Zeitschaltuhr wie deine Beleuchtung.

Die richtige Dosierung

Die Blasenanzahl deines Diffusors stellst du beim Aquarium Einrichten anfangs auf einen Richtwert von ca. Liter Wasservolumen x 0,15 = Blasen/min. Je nach Härtegrad deines Aquariumwassers kann dieser Wert aber auch sehr stark nach oben oder unten variieren. Am besten nutzt du einen Langzeittest in Form einer im Aquarium befindlichen Flüssigkeit, mit der du je nach Farbgebung deinen pH Wert auf einer Tabelle ablesen kannst.

Zu guter letzt kannst du jetzt zum Abschluss den Deckel samt Lampen auf dein Becken setzen. Achte beim Kauf deines Aquariums darauf, dass deine Lampen eine ausreichende Beleuchtung aufweisen, da diese für deine Pflanzen und Fische sehr wichtig sind.

In meinem Artikel „Aquarium einrichten – wichtige Komponenten“ findest du noch mehr zum Thema Aquarium einrichten, mit einer Zusammenstellung aller wichtiger und von mir empfohlenen Komponenten. Dein Aquarium muss als nächstes ein paar Tage einlaufen bevor du mit der Bepflanzung deines Beckens beginnen kannst. Danach gehts weiter mit meinem Artikel „Aquarium Einrichten – Woche 2„.

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