Der Nitritpeak – Ursache, Verlauf und der richtige Umgang

Nitritpeak

Bei neu eingerichteten Aquarien ist ein Nitritpeak vorhersehbar und mit einzuplanen. Doch auch bei gut laufenden Becken, kann es zu einem starken Ansteigen des Nitritgehaltes im Aquarium Wasser kommen. Dies kann böse für die Fische enden, denn für sie ist zu viel Nitrit um Wasser äußerst gesundheitsschädlich.

Was der Nitritpeak genau ist und wie er in der Regel verläuft erfährst du in diesem Artikel. Außerdem geht es darum den Peak zu erkennen, richtig mit ihm umzugehen und ihn in Zukunft zu vermeiden.

Was genau ist ein Nitritpeak?

Nitrit (NO2) ist ein Schadstoff der sich durch mikrobiologische Abbauprozesse im Aquarium Wasser bildet. Für die Fische im Becken ist der Stoff toxisch. Bedeutet, bei einer zu hohen Konzentration im Wasser schadet er den Fischen. In der Aquaristik beschreibt der Nitritpeak ein zeitliches Maximum der Nitritmenge im Wasser. Der Nitritgehalt ist also für eine kurzen Zeitpunkt außergewöhnlich hoch.

Die Fische können dann erkranken und im schlimmsten Fall sogar sterben. Durch Wassertests lässt sich der Nitritgehalt im Wasser sehr leicht messen. Am komfortabelsten hierfür sind Teststreifen, die es von unterschiedlichen Herstellern gibt. Ich nutze meist die 6 in 1 Teststreifen von Tetra.

Ursache und Verlauf des Nitritpeaks

In einem gut laufendem Becken ist die Nitritkonzentration niedrig, da sich hier ausreichend nützliche Bakterien im Aquarium befinden. Diese sogenannten Nitrobacter wandeln das Nitrit in ungiftiges Nitrat um. Das Nitrat wird dann von den Pflanzen fürs Wachstum genutzt oder bei einem Wasserwechsel entfernt. Meist tritt ein Nitritpeak bei neu eigerichteten oder zu gründlich gereinigten Aquarien bzw. Aquarium Filtern auf.

Bei einem neu eingerichteten Aquarium hatten die Nitrobacter Bakterien noch keine Zeit sich ausreichend zu bilden (Stichwort: Einlaufphase). Bei einem zu gründlich gereinigten Aquarium wurden bei der Reinigung zu viele Bakterien entfernt. Durch die fehlenden Bakterien wird das Nitrit also nicht mehr in ungiftiges Nitrat umgewandelt. Trotzdem wird es noch weiter im Aquarium gebildet und die Konzentration an Nitrit im Wasser steigt an.

Der Nitritgehalt steigt bei einem Nitritpeak während der Einlaufphase in wenigen Tagen so lange an, bis der Höhepunkt (Peak) der Nitritkonzentration im Wasser erreicht ist. Danach fällt er in der Regel automatisch wieder ab, da sich dann genug Nitrobacter Bakterien für den Abbau gebildet haben.

Läuft das Aquarium schon eine längere Zeit stabil und es befinden sich bereits Fische im Becken, deuten folgende Anzeichen auf einen erhöhten Nitritgehalt hin:

  • Die Fische atmen schneller als sonst
  • Die Fische sind plötzlich sehr schreckhaft oder wirken leicht benommen
  • Obwohl sich ausreichend Sauerstoff im Becken befindet, halten sich die Fische an der Wasseroberfläche auf und schnappen öfter nach Luft als sonst
  • Die Fische sterben plötzlich, obwohl sie augenscheinlich keine Symptome einer Krankheit aufweisen

Wie lange dauert der Nitritpeak?

Nitritpeak Wassertest

Mit diesen Teststreifen (hier zum besten Preis kaufen) lässt sich der Nitritgehalt im Wasser sehr leicht messen. Nur durch regelmäßige Kontrollen lässt sich auch eine Normalisierung der Werte feststellen.

Wann genau er auftritt und wie lange der Nitritpeak andauert, kann nicht pauschal festgelegt werden. Jedes Aquarium ist ein für sich allein stehendes, individuelles Biotop. Jedes Becken unterscheidet sich im Volumen, der Menge an Pflanzen und Tieren, den Wasserwerten und vielen weiteren Faktoren.

Wie soll ich mich bei einem Nitritpeak verhalten

Bei einem neu eingerichteten Becken sollte mit dem Einsetzen der Fische so lange gewartet werden, bis der erste Nitritpeak vorüber ist. So entgehst du dem Risiko, dass die Tiere bei einem Peak zu Schaden kommen. Deshalb ist es in der Einlaufphase eines Aquariums wichtig, regelmäßig die Wasserwerte (inklusive Nitritwert NO2) zu überprüfen. Nur so kannst du den Peak überhaupt feststellen und auch erkennen wann die Nitritkonzentration sich wieder normalisiert hat.

Ist der Nitritgehalt wieder niedrig, kann mit dem Einsetzen der ersten Fische begonnen werden. Der Besatz sollte dann nur langsam, nach und nach erhöht werden. Die Ausscheidungen der Fische sorgen für einen erneuten Anstieg an Nitrit im Wasser. Kontrolliere deshalb noch weiter regelmäßig die Wasserwerte. Bei zu viel Besatz kann es durchaus schnell zu einem erneuten Peak kommen.

Befinden sich bereits Fische im Becken, solltest du schnell handeln und einen großen Teil deines Aquarium Wassers tauschen. Ein Wasserwechsel von 50 % des Wasser sorgt dafür, dass der Nitritgehalt rasch gesenkt wird. Wenn es zu einem erneuten Anstieg kommt kann das Wasser nochmals erneut zur Hälfte getauscht werden. Danach sollte sich das Problem in der Regel erledigt haben.

Dem Nitritpeak vorbeugen

Bei neu eingerichteten Aquarien kann einem Nitritpeak zwar entgegengewirkt werden, dass du ihn ganz verhindern kannst ist jedoch unwahrscheinlich. Um den Peak abzuschwächen ist eine so genannte Beimpfung notwendig. Die bedeutet, dass Bakterien von einem bereits laufendem Aquarium in das neu eingerichtete Becken eingebracht werden.

Für die Beimpfung können zum Beispiel Wurzeln, Pflanzen oder andere Gegenstände genutzt werden. Auf all diesen Komponenten bildet sich ein Biofilm, der Bakterien mit ins neue Becken bringt. Dadurch vermehren sie sich im neuen Aquarium schneller und können dem Ansteigen des Nitritwertes stärker entgegenwirken. Sehr wirksam ist auch das Nutzen eines bereits eingelaufenem Filters aus einem anderen Aquarium.

Läuft das Aquarium schon länger, kann mit chemischen Filtermedien wie Aktivkohle zusätzlich Nitrit aus dem Wasser entfernt werden. Bei einem Aquarium Außenfilter können diese einfach gegen ein bestehendes Filtermedium ausgetauscht werden. Bei einem Aquarium Innenfilter ist hierfür meist nicht genug Platz in der Filterkammer.

Der Hersteller Eheim hat mit dem Innenfilter „Pickup 45“ (hier zum besten Preis kaufen) einen Filter im Programm der optional mit einer Aktivkohlepatrone betrieben werden kann. So kann man ihn als zusätzlichen Zweit-Filter zur Nitritentfernung nutzen.

Auf lange Sicht sollte es dein Ziel sein auch ohne zusätzliche Filterung oder häufige Wasserwechsel den Nitritgehalt auf einem niedrigen Niveau zu halten. Überdenke hierfür beispielsweise dein Vorgehen beim Fische füttern oder den Besatz im Becken. Eventuell fütterst du zu viel oder du hast zu viele Fische im Becken.

Prüfe ausserdem ob dein Filter über ausreichend Leistung verfügt und ob das Filtervolumen für dein Aquarium genügt. Solltest du auf einen neuen Filter umsteigen wollen hilft dir mein Aquarium Innenfilter Test oder mein Aquarium Außenfilter Test bei der Auswahl. Auf diese Weise solltest du einen Nitritpeak in Zukunft verhindern können.

3 Kommentare

  1. Frank

    Hallo, das Chemische Zeichen für Nitrit ist NO2, nicht NO3 wie im Artikel angegeben.
    Bei NO3 handelt es sich um Nitrat.

    Ansonsten sehr Informativer Artikel.

    Antworten
    1. Martin (Beitrags-Autor)

      Danke für den Hinweis, ist korrigiert! 😉

      Gruß
      Martin

      Antworten
  2. Patrick

    Es muss obendrein chemisch korrekt NO2- heißen, NO2 ist Stickstoffdioxid und hat mit Nitrit-Ionen als Salz der Salpetrigen Säure rein gar nichts zu tun. Ich weiß aber, dass der Fehler häufig gemacht wird. Das wäre auch zu verschmerzen, wenn dadurch nicht ein völlig anderer Stoff bezeichnet werden würde.

    Antworten

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