Umkehrosmose: Wie funktioniert sie und wann ist sie sinnvoll?

Umkehrosmose Funktionsweise

In einigen Gebieten Deutschlands kann es zu sehr harten Wasserverhältnissen oder zu geringen Belastungen im Leitungswasser kommen. Diese sind zwar im Rahmen der Trinkwasserverordnung für den Menschen ungefährlich, sie können aber dein Aquarium-Wasser schon im Voraus unnötig belasten. Bei mir hier im Rheinland ist es vor allem das überdurchschnittliche harte Leitungswasser was zwar für einen schlechten Pflanzenwuchs sorgt und auch für die artgerechte Haltung von Süßwasser-Fischen recht ungeeignet ist. Ich nutze daher eine Osmose Anlage der Firma Dennerle um mein Leitungswasser entsprechend zum Aquarium-Wasser aufzubereiten. Die von mir verwendete Dennerle Osmose Professional 190 kannst du hier günstig kaufen.

Was deine Fische brauchen

Fast alle tropischen Süßwasser-Fische und Pflanzen stammen in ihrer natürlichen Umgebung aus mittelamerikanischen- oder ostafrikanischen Seen und Fließgewässern in denen vornehmlich Härtegrade zwischen 0,1 – 2 dKH vorkommen. Mein Leitungswasser hat hingegen 14,3 dKH und wird von mir deshalb mit einer Osmose-Anlage aufbereitet und im Nachhinein mit Leitungswasser remineralisiert. Wie eine Umkehrosmose funktioniert und wie du das aufbereitete Wasser zu fisch-gerechten Aquariumwasser verwandelst möchte ich dir im Folgenden erklären.

Die Funktionsweise der Umkehrosmose

Der Osmoseprozess generell basiert auf einem natürlichen Vorgang aus der Natur: Alle Pflanzen können mit ihren Wurzelzellen Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen (Hier der entsprechende Wikipedia Artikel). Bei der Umkehrosmose wird das Leitungswasser durch eine halbdurchlässige Membran gepresst. Die Membran besitzt winzig kleine Poren durch die nur die sehr kleinen Wassermoleküle passen und alle anderen Elemente und Stoffe aufgehalten werden.

Werden zwei unterschiedliche Flüssigkeiten getrennt, also wie in unserem Fall durch eine Zellmembran, so bewegen sich die Wassermoleküle immer zur weniger konzentrierten Lösung. Dadurch entsteht ein sogenannter osmotischer Druck. Um aber möglichst reines Wasser zu gewinnen, wird bei der Umkehrosmose auf der belasteten Seite ein Druck zwischen 2-5 bar erzeugt, der wesentlich höher ist als der natürliche Osmosedruck. Der Vorgang wird also genau umgekehrt und so kommt der Ausdruck Umkehrosmose zustande. Bei der Umkehrosmose werden durch das beschriebene Verfahren alle Karbonate, Salze und Schadstoffe, wie Pestizide aus dem Leitungswasser gefiltert.

So führe ich eine Umkehrosmose durch

Eine im Fachhandel erhältliche Osmose-Anlage, wie die von mir benutzte Dennerle Osmose Professional 190, besteht in der Regel aus drei Einheiten, die das Leitungswasser nacheinander durchläuft: In der ersten Einheit wird das Wasser von Grobschmutz, in der zweiten Einheit (Hauptsäule) von Karbonaten und Salzen und in der dritten und letzten Säule durch einen Aktivkohlefilter von Reststoffen befreit. Das gewonnene Wasser ist hiernach wie destilliertes Wasser zu betrachten und verfügt über keinerlei Rückstände mehr.

Ein großer Nachteil einer jeden Umkehrosmose ist aber, das beim Osmose-Vorgang vor der Membran entstehende Restwasser. Dieses Restwasser in dem sich alle gesammelten Elemente befinden, fällt bei einer Umkehrosmose im Verhältnis 3:1 an. Für 50 Liter Osmose-Wasser werden also 150 Liter Leitungswasser benötigt. Das Restwasser lässt sich aber, wie auf dem oberen Bild zu sehen prima, in einem extra Behältnis zum späteren Blumen gießen auffangen.

Es gibt auf dem Markt auch Osmoseanlagen die nicht speziell für den Aquaristik konzipiert wurden, aber nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Ich selber verfüge bisher über keine Erfahrung mit solch einer Anlage. Wenn du dir hier einen Überblick verschaffen möchtest, kannst du das beispielsweise auf dieser Seite tun.

Das Osmose-Wasser wieder mit Leitungswasser mischen

Das Osmose-Wasser musst du jetzt noch mit normalem Leitungswasser verschneiden um die für Fische und Pflanzen wichtigen Elemente in einer angemessenen Menge wieder zurück zu führen. Eine pauschale Dosierungsanleitung gibt es hierfür nicht, denn es kommt auf die individuellen bei dir vor Ort herrschenden Leitungswasser-Werte an nach denen du dich richten musst. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl und unter Zuhilfenahme von Wassertests bekommst du aber schnell den richtigen Dreh raus. Sollte dein Leitungswasser nicht nur hart, sondern auch stark mit Schadstoffen belastet sein, so kannst du auch mit einem Präparat wie dem JBL Mineralsalz-Wasseraufbereiter für Süßwasser Aquarien anreichern und somit ein artgerechtes Aquarium-Wasser herstellen.

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