Welse im Aquarium – Die geselligen Bewohner

Welse im Aquarium - Panzerwels

Bereits in meinem ersten Aquarium, welches ich als Grundschulkind im elterlichen Wohnzimmer aufstellen konnte, durften Welse im Aquarium nicht fehlen. Diese Einstellung hat sich bei mir bis heute gehalten, denn in einem großen Gesellschaftsbecken wie meinem Juwel Rio 240 Liter, gehören Welse einfach mit dazu.

Im Gegensatz zu allen anderen Fischen in meinem Becken, welche in der oberen und mittleren Beckenregion zu Hause sind, sorgen die Welse für etwas Bewegung und Leben im unteren Bodenbereich Deines Aquarium Becken.

In diesem Artikel möchte ich Dir den gerade bei Anfängern im Bereich der Aquaristik beliebten blauen Antennenwels aus der Familie der Loricariiden und den Stromlinienpanzerwels aus der Familie der Callichthyidae vorstellen. Neben der Schaffung eines artgerechten Lebensraumes, möchte ich auch auf die Futterbedürfnisse der Tiere eingehen.

Welse im Aquarium – Der Blaue Antennenwels

Der bevorzugte Lebensraum der meisten Welsarten ist der Boden Deines Aquariums. Die manchmal unheimlich und fremdartig aussehenden Antennenwelse, fallen besonders durch ihre Barteln auf, die den Fischen als Tast- und Geschmacksorgan dienen. Welse sind in der Regel nachtaktiv, was nicht bedeutet, dass man sie ab und an nicht auch tagsüber zu Gesicht bekommt.

Über den Tag sieht man den Antennenwels aber eher selten, da er sich bevorzugt in dunklen Ecken wie in einer Kokosnussschale oder unter einer Wurzel oder Tonröhre versteckt.

Die geselligen und ruhigen Fische benötigen zudem Wurzelholz zum Abraspeln, so dass die Wurzel im Aquarium Becken nicht nur als Versteckmöglichkeit für den blauen Antennenwels dient. Ein artgerechter Lebensraum beinhaltet aber auch ausreichend Platz und artgerechte Wasserverhältnisse.

Der bis zu 14 cm lang werdende Antennenwels sollte daher in einem Aquarium ab 100 Liter aufwärts gehalten werden, mit einer Temperatur zwischen 22 und 28 °C. Die übrigen Wasserwerte spielen für den widerstandsfähigen Wels aus Südamerika eine eher untergeordnete Rolle. Was viele nicht wissen: Bei artgerechter Haltung und guter Ernährung kann der ruhige Geselle bis zu 20 Jahre alt werden.

Paarung und Nachwuchs

Es können auch durchaus Pärchen gehalten werden, die mit etwas Glück, gutem Futter und ausreichend Versteckmöglichkeiten durchaus Nachwuchs hervor bringen können. Nach der Eierablage durch das Weibchen, kümmert sich das Männchen um die Eier. Fächernde Bewegungen der Flossen in einer Höhle oder Spalte, signalisieren guten Beobachtern, dass das Männchen gerade über die Eier wacht und ihnen frisches Wasser zufächert.

Es kommt dabei jedoch häufig vor, dass es mehrere Anläufe benötigt, bis Du ein paar Tage später kleine Antennenwelse in Deinem Becken beobachten kannst. Die Jungen sind direkt nach dem Schlüpfen in der Lage sich selbst zu versorgen und es entsteht keine Abhängigkeit zu den Elterntieren. Männchen und Weibchen gehen sich ansonsten auch aus dem Weg, da Antennenwelse Einzelgänger sind.

Nahrung für den nachtaktiven Scheibenputzer

Wie schon zu Anfang erwähnt, gehört der blaue Antennenwels nicht ohne Grund zu den beliebtesten Aquariumfischen für Anfänger, denn der Algenfresser ist nicht gerade anspruchsvoll wenn es um sein Futter geht. Hier dürfen es neben einigen Algen im Aquarium auch gerne Futtertabletten für Welse, sowie Grünfutter oder Frostfutter als willkommene Abwechslung sein.

Welse im Aquarium – Der Stromlinienpanzerwels

Der Stromlinienpanzerwels ist ein geselliger Gruppenfisch. Ab 5-6 Tieren aufwärts fühlt sich der Fisch am wohlsten und kann mit seinen Artgenossen gemeinsam nach Futterresten gründeln. Aufgrund seiner aktiven Futtersuche, wird der Fisch auch gerne als Müllmann des Aquarium angesehen, denn keiner sonst macht so beharrlich den Boden sauber wie der Stromlinienpanzerwels.

Aufgrund seiner friedlichen Art eignet sich der Gruppenfisch hervorragend für ein Gesellschaftsbecken, da er sowohl mit anderen Welsen als auch mit Fischen der mittleren und oberen Beckenregion sehr gut zurecht kommt.  Das Becken sollte größere Verstecke bieten aber auch ausreichend Platz zum Schwimmen.

Der Fisch wird in der Regel zwischen 2,5 – 3,5 cm groß kann aber auch je nach Beckengröße und Veranlagung bis zu 7 cm groß werden. In einem Aquarium Becken ab 100 Liter aufwärts, kann der Fisch sehr gut gehalten werden. Von den Einrichtungsbedürfnissen dem Antennenwels sehr ähnlich, kann man die beiden Arten deshalb auch sehr gut zusammen halten.

Optimale Bedingungen findet der Fisch bei der Haltung auf Sand oder feinem Kies mit abgerundeten Kanten, da diese nicht die Barteln verletzen können. Auch von den Wassertemperaturen ist der Fisch sehr anspruchslos und mit allem zwischen 22 und 28 °C zufrieden.

Im Gegensatz zum blauen Antennenwels, handelt es sich bei dem Panzerwels um einen sogenannten Darmathmer. Dass heißt, der Fisch kommt ab und an an die Wasseroberfläche um nach Luft zu schnappen, kann aber auch durch seine Kiemen Sauerstoff beziehen. Sollte der Fisch sehr oft und in kurzen Abständen an die Oberfläche kommen, so ist dies ein Zeichen, dass mit den Wasserwerten etwas nicht in Ordnung zu sein scheint.

Paarung und Nachwuchs

Männchen und Weibchen können beim Panzerwels nur schlecht voneinander unterschieden werden, was zu Schwierigkeiten bei der Zucht der friedvollen Fische führen kann. Das Weibchen heftet seine Eier an Steine, Wurzeln oder große Blätter. Am besten erfolgt die Zucht in einem Leichbecken, in dem man die Wassertemperatur erst um einige Grad absenkt und im Anschluss erhöht wird, um das Ablaichen zu stimulieren.

Nahrungsbedürfnisse

Der Stromlinienpanzerwels ist kein Algenfresser und gibt sich stattdessen mit Futterresten, Tabletten für Bodenfische Frost- und Trockenfutter zufrieden.

3 Kommentare

  1. Francis

    Welche Fische können mit einrm Wels zusammen in ein Aquarium.

    Antworten
    1. Martin (Beitrags-Autor)

      Hallo Francis, dieses PDF sollte dir da weiterhelfen. 😉

      Gruß
      Martin

      Antworten
  2. Flossenfäule muss behandelt werden

    Hi,

    Sehr schöner Artikel. Ich liebe Panzerwelse. Ich habe mehrere Sorten teilweise sogar in Artenbecken.
    Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man die Tiere nicht auf Soil hält. Die reiben sich sonst ständig an den rauen Steinen die Barteln und das Maul auf. Dann sind sie ständig krank. Feiner Sand ist perfekt.

    Schöne Grüße

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Lesen Sie weiter:
Tunze Turbelle nanostream Test
Tunze Turbelle nanostream Test – Frischer Wind in deinem Aquarium

Ein Großteil der in Deutschland in Aquarien gehaltenen Tiere, stammen nicht aus stehenden Gewässern sondern aus Fließgewässern. In der Meerwasseraquaristik...

Aquarium warum CO2?
Aquarium – Warum CO2? Gründe für Kohlenstoffdioxid im Aquarium

CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist ein nicht brennbares, geruchs- und farbloses Gas, welches als klimaschädlich gilt. Trotzdem wird das Gas sehr oft in der...

Schließen