Alles über die Prachtschmerle (Clown-Prachtschmerle)

Prachtschmerle

 Prachtschmerlen gehören zu meinen Lieblingsfischen. Sie sind hübsch, schüchtern und friedlich, passen gut in Gesellschaftsbecken und fressen meinen Schneckenüberschuss. Alles Wichtige über ihre Herkunft und Haltungsbedingungen, wie du diese Fische vergesellschaften solltest und vieles andere mehr, erfährst du hier.

Herkunft

Sie stammen aus Indonesien, wo sie hauptsächlich in Borneo und Sumatra (in Süßwasserflüssen) vorkommen. Dank ihres gold-orange/schwarz-gestreiften Äußeren können sie sich dort gut tarnen. Schockierenderweise (für uns Aquarianer) gelten unsere bunten schuppigen Freunde in ihrer natürlichen Umgebung als beliebter Speisefisch! Bei uns gibt es sie erst seit ungefähr 1930 häufig in Aquarien – meist kommen die Tiere sogar tatsächlich frisch aus Asien, sie werden erst seit kurzer Zeit auch bei uns gezüchtet. Die meisten Zuchterfolge sind allerdings eher zufällig, es wird dir daher auch kaum gelingen, Nachwuchs von deinen Schmerlen zu erhalten.

Männlein oder Weiblein?

Bei den Prachtschmerlen das Geschlecht erkennen, ist eigentlich nur anhand der Schwanzflosse möglich. Bei Männchen ist sie etwas tiefer eingeschnitten und die beiden Teilen sind außerdem leicht sichelförmig. Weibchen sind zudem meist dicker als Männchen. Aber das könntest du nur im Vergleich mit anderen feststellen und wer sagt dir, dass du nicht gerade ein äußerst wohlgenährtes Männchen vor dir hast? …

Prachtschmerlen Wachstum – Größe und passendes Becken

Die geselligen Kerlchen werden gut 25 cm groß (meine sogar 30 cm) und sogar größer. Daher solltest du ein ausreichend großes Becken haben, wenn du sie dir anschaffen willst. Denn einzeln kannst du sie nicht halten, du musst schon wenigstens zwei haben, besser natürlich mehr. Aber wenn du sie im Zoohandel als kleine Tierchen (3-5 cm sind üblich) bekommst, dann denk dran, dass du nicht zu viele kaufst, denn später werden sie zu richtigen Brummern und müssen sich ja auch noch bewegen können! Weniger als 100 Liter sollte dein Becken für zwei Fische gar nicht haben und sogar das wird später zu eng. Normalerweise solltest du sie erst ab 300 Litern einsetzen, aber die wenigsten Anfänger haben Platz und Fachwissen für solch riesige Becken – und die Zeit, alles ordentlich zu betreuen und zu pflegen! Ich würde dir die Tierchen daher nur ans Herz legen, wenn du schon fortgeschrittener bist in diesem Hobby.

Umgebung

Die Tiere sind es aus Asien gewöhnt, dass sie in stehenden Gewässern mit vielen Pflanzen leben, wo sie sich gut verstecken können. Dasselbe Szenario solltest du also auch bei dir im Aquarium nachbilden. Zusätzliche Verstecke wie Kokosnusshälften oder andere Deko-Gegenstände (meine liebten ihre lange Keramikröhre hinter einer fetten Wurzel) werden auch gerne angenommen.

Prachtschmerlen Verhalten – wühlende BaumeisterPrachtschmerlen Haltung

Dann solltest du noch wissen, dass diese Tiere gerne auf der Suche nach Futter im Sand und Kies wühlen. Grundsätzlich fühlen sie sich mit dem Sand aber wohler, da sie diesen fressen und durch die Kiemen wieder ausscheiden können. Das können sie mit grobem Kies aber nicht tun. Wenn sie wild graben (das tun nicht alle, aber manche schon), dann kann es sein, dass sie dir deine Pflanzen ausgraben. Bei der Innendeko deines Beckens solltest du also dieses Verhalten berücksichtigen und alle Verstecke, Höhlen, aber auch Pflanzen gut und sicher befestigen, sonst sieht es bei dir ständig aus als hätte ein Rockstar sein Hotelzimmer zerlegt.

Hast du schon Prachtschmerlen kämpfen sehen?Prachtschmerlen sind friedliche Tiere, sind aber dennoch mit einem Dorn unter jedem Auge ausgestattet, den sie im Kampf gegen Feinde einsetzen. Dieser Dorn hat zwei Spitzen oder Zähnchen, mit denen ein Sekret abgegeben werden kann, das die Gegner lähmt. Wenn sie untereinander Revierkämpfe ausfechten oder ihre Rangordnung durchsetzen wollen, kommen die Dornen ebenfalls zum Einsatz. Dabei töten sie sich aber nicht gegenseitig, sondern verletzen sich nur leicht, was relativ gut wieder verheilt. Wenn sie streiten, machen sie übrigens knackende Geräusche mit dem Kiefer. Das ist so laut, dass du es auch gut außerhalb des Beckens hören kannst. Du kannst außerdem beobachten, dass die Tiere im Stress oder Streit die Farbe verändern. Sie werden regelrecht bleich. Das Orange-Gelb wird blasser und aus den schwarzen Streifen werden graue. Ist der Streit vorbei, nehmen die Tiere ihre ursprüngliche Farbe jedoch schnell wieder an.

Prachtschmerlen Futter

Beim Fressen sind sie nicht besonders wählerisch, sie nehmen Trockenfutter (Flocken, Tabletten, Pellets) Lebend- oder Gefrierfutter an. Aber am liebsten greifen sie bei Schnecken zu! Empfehlenswert sind beispielsweise rote Mückenlarven, Bachflohkrebse oder Krill. Schwarze Mückenlarven werden nicht so gerne angenommen. Wenn deine es mögen, dann gib ihnen ruhig auch Gurken oder rote Paprika. Das wird für die Färbung empfohlen. Ich habe meinen allerdings solche Dinge nicht gefüttert und sie hatten trotzdem eine tolle Farbe!

Prachtschmerlen und Garnelen?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Die Prachtschmerlen sind Allesfresser und wenn sie die Garnelen erwischen, dann fehlen sie … Sowieso, da die Garnelen auf dem Grund leben, wo die Schmerlen sich ja gerade beim Wühlen ihr Futter suchen. Nun könnte man noch sagen, dass die Garnelen viel zu schnell oder viel zu gut versteckt sind, um den Prachtschmerlen zum Opfer zu fallen. Einige Aquarianer sind der Ansicht, dass man die Garnelen nicht reinsetzen sollte. Im Gesellschaftsbecken gehen sie unter, da sie sich gut verstecken und der Besitzer sie gar nie zu Gesicht bekommt. Dadurch enden sie maximal als teures Lebendfutter, ohne dass du je was von ihnen hattest.

Andere sagen, dass sie noch nie beobachtet haben, dass Prachtschmerlen versucht haben, sich Garnelen zu schnappen. Da die Garnelen zu schnell sind oder die Schmerlen einfach kein Interesse haben. Offenbar haben es diese Aquarianer ausprobiert und positive Erfahrungen gemacht. Ich kann dir in diesem Fall leider keine eigenen Erfahrungen einbringen, da ich von der Kombination schon aus praktischen Gründen nichts halte. In meinem großen Becken mit den vielen Verstecken würde ich tatsächlich nie eine Garnele zu Gesicht bekommen – was soll ich dann mit ihr? Wenn, dann halte ich sie lieber in einem Artenbecken, wo sie unter sich sind und ein wenig Spaß haben können – ohne vor riesigen Schmerlen zu flüchten!

Vergesellschaftung – Welche Fische passen zu Prachtschmerlen?

Die Tiere kommen aus Asien, genau wie verschiedene Barben oder Bärblinge und Labyrinthfische (Fadenfische, Guramis, Kampffische, Paradiesfisch). Du kannst sie mit den friedlichen Vertretern dieser Sippen in einem Gemeinschaftsbecken unterbringen. Das passt auch gut von der Umgebung her, da alle ungefähr dieselben Anforderungen an Bepflanzung, Temperatur (25-29°C) und PH-Wert (6-7) sowie Wasserhärte (4-12°dGH) stellen. Außerdem passen auch Arten aus Südamerika gut zu ihnen. Beispielsweise kannst du verschiedene Salmler oder Welse oder die kleinen Zwergbuntbarsche dazu gesellen. Bei mir haben sie sich praktisch mit allen verstanden, was klein und friedlich war. Rote Neons, Guppys, aber auch Skalare, blaue Fadenfische vertrugen sich hervorragend.

Lebenserwartung der Prachtschmerlen – Alter?

Wenn du sie unter idealen Bedingungen und mit friedlicher Gesellschaft und gutem Futter hältst, dann können sie glatt 20 Jahre alt werden. Meine haben es leider nicht ganz geschafft, da ein auslaufendes Becken und eine schnelle Rettungsaktion mit Wasserwechsel und neuem Becken zu stressig waren für die älteren Tiere … Die Kameraden sind so empfindlich und wenig stressresistent, dass du hier wirklich aufpassen musst!

Prachtschmerlen Krankheiten

Die Prachtschmerlen fangen sich leider gerne die Weißpünktchenkrankheit (Ichthyo) ein, von denen meine zum Glück stets verschont geblieben sind. Daher solltest du besonders penibel auf deine Wasserqualität achten!

Prachtschmerlen züchtenPrachtschmerlen Aquarium

Prachtschmerlegen legen Eier und gehören zu den sogenannten Freilaichern. Wie schon vorhin kurz erwähnt, gelingt normalerweise die gezielte Zucht nur selten. Denn die Tiere machen sich in ihrer Heimat auf den Weg zu gemeinsamen Laichwanderungen und ein solches Szenario kannst du im heimischen Becken nicht nachstellen. Zuchterfolge sollen in Japan und der Sowjetunion mittels Hormonspritzen geklappt haben. Aber für private Hobbyzüchter so wie dich ist das natürlich keine Option. Und es sollte auch grundsätzlich infrage gestellt werden, ob das der richtige Weg ist.

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